Fourtysomething

Die Antwort ist 42, oder?

Archiv für August 2008

Blackout, unerwarteter

mit einem Kommentar

Das gewohnte Nuttenfrühstück schmeckt nicht, die Zeitungen seitenweise voller langweiliger Olympiahelden, im Radio plärrt der kleine Niels und ich fühle mich wie ein alter, ein sehr alter Mann! Fuck, heute ist wichtig. Heute muss ich an die Front. Wie immer. Wie jeden gottverdammten Tag die Tretmühle bewegen, die ich mir ausgesucht und die soviel Spaß und Ernst gleichzeitig versprach, ohne auch nur einen Quota davon halten zu können. Everything changes. Pah! Nicht hier. Also los, Aspirin doppelt, noch einen Liter Kaffee hinterher und los.

Im Fahrzeug meines Vertrauens vom Hersteller aus der norddeutschen Provinz, alt, rot, groß und meiner empfängt mich ein Mief aus kaltem Rauch, leicht öligem Geruch aus der Klima und Spinnweben.  Spinnweben! In meinem Auto! Kann es noch schlimmer kommen? Das Navi mag mich heute nicht. Fick dich, dann eben ohne. Kenne den Weg ohnehin auswendig. Aus dem Wohngebiet raus an dem Plakat mit der Ankündigung des achtzehnten Dorffestes (Stargast Nicole…whothefuckisNicole?), links den Hügel hoch an der verwilderten Bushalte vorbei, an der zwei traurige Gestalten stehen, die aussehen, als wollten sie sagen: Nimm mich mit, einfach mit, irgendwohin, wohin ist egal, nur weg hier!

Irgendwann dann passiert es. Kurz vor der Auffahrt auf die neue Autobahn. Was genau, weiß ich nicht. Ich merke nur, mir wird verdammt schwarz vor Augen. Nicht gut, dieses merkwürdige Gefühl, an einer Schwelle zu stehen. NEIN, ich will nicht darüber treten. Ich will zurück ins Licht. Ich muss zurück. Endlos scheinende Sekunden später bin ich wieder da. Jedenfalls ist es wieder hell in meinem Kopf. Und es dröhnt. Mein Auto steht merkwürdig schief. Und auf einer Wiese. Realisiere nur langsam, daß ich gerade einen blackout hatte. Vom allerfeinsten.

Schwein gehabt, daß nichts Schlimmeres passierte. Auto sieht heil aus. Ich auch, stelle ich mit Blick in den Rückspiegel fest. Äußerlich jedenfalls. In meinem Kopf ist Kirmes und Jahrmarkt zugleich. Erst später wird mir klar, wieviel Glück ich hatte. Eine Minute später auf der Bahn bei Tempo 180 und der alte Mann dort oben hätte Besuch bekommen. Resultat: Ein sehr nachdenklicher fourtysomething, ein dreckiges Auto und ein freier Tag. So war das eigentlich nicht gedacht. Stress? Ja, vielleicht. Ungesunder Lebenswandel? Ja, bestimmt. Änderung: Abwarten!

Geschrieben von fourtysomething

14. August 2008 um 16:37

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